Crowdsourcing und Crowdworking

Wie Unternehmen die Arbeitskraft der Crowd digital nutzen können

In Zeiten von digitalen Geschäftsmodellen, starkem Innovationsdruck und Fachkräftemangel ist vielen Unternehmern mittlerweile klar: Eine neue Arbeitsform muss her! Denn es ist eine utopische Vorstellung, alle besten und klügsten Köpfe als Angestellte für den eigenen Betrieb gewinnen zu können. Stattdessen greifen immer mehr Unternehmen auf Crowdsourcing zurück.


Auf digitalen Plattformen finden sie qualifizierte Freelancer und Gruppen, die für sie schreiben, brainstormen, programmieren, recherchieren oder testen. Welche Potenziale und Herausforderungen birgt Crowdsourcing? Eignet es sich für jede Branche? Was sollte man bei der Umsetzung beachten? Und wie kann man die Crowd langfristig an sich binden?

1. Was bedeutet Crowdsourcing und was ist die Gig Economy

Crowdsourcing setzt sich zusammen aus 'crowd' und 'outsourcing' und kann mit 'Schwarmauslagerung' übersetzt werden. Konkret bedeutet das, dass bestimmte Aufgaben und Prozesse von einem Unternehmen an eine Crowd, ein Netzwerk aus vielen Menschen, vermittelt werden, die sie ausführt und in der Regel dafür bezahlt wird. Auf digitalen Plattformen kommen Unternehmen mit dieser Crowd zusammen, finden passende Experten für ihre Aufgaben und vergeben Aufträge an sie. Die Plattformen erhalten in der Regel eine Provision.
Was ist Crowdworking?

Der Begriff Outsourcing, die Auslagerung von Arbeitsschritten, ist im Wirtschaftsleben schon seit mehreren Jahrzehnten fest etabliert. Durch die Digitalisierung ist Outsourcing nicht mehr nur auf Produkte beschränkt. Auch Dienstleistungen und Prozesse wie Webdesign und das Lösen von komplexen Challenges können an Menschen auf der ganzen Welt ausgelagert werden – große Distanzen sind kein Hindernis mehr.


Diese neue, flexible Art des Arbeitens wird aus Arbeitnehmersicht Crowdworking genannt. Crowdworker übernehmen Aufgaben von simplen Preisvergleichen über das Sammeln von Geodaten bis hin zu komplexen Programmieraufträgen. Das Arbeitspensum und die Verdienstmöglichkeiten können dabei sehr unterschiedlich ausfallen und hängen zum Beispiel vom Fachwissen, dem Erfahrungsschatz und der persönlichen Präferenz der Crowdworker ab.


Nicht nur Crowdworker, sondern auch Unternehmen schätzen die Flexibilität im Crowdsourcing. Große Projekte können in viele kleine Teilaufgaben, auch 'Gigs' genannt, zerlegt werden. Bekannt ist der Begriff Gig eigentlich aus der Musikbranche: Es handelt sich dabei um einen kurzen, bezahlten Auftritt einer Band. Genauso sind zeitlich befristete Aufträge in der sogenannten Gig Economy zu sehen. Die digitalen Crowdworker können sich ihre Gigs aussuchen und teilweise die Konditionen und den Lohn verhandeln. Auch langfristigere Zusammenarbeiten zwischen Unternehmen und Crowd sind möglich und üblich. Was die Vorteile an diesem Arbeitsmodell sind und wie eine langfristige Bindung von guten Arbeitskräften gelingt, wird in diesem Artikel erörtert.

 
Was unterscheidet Crowdworker von herkömmlichen Freiberuflern?

Auftragsbasierte Zusammenarbeit ohne festes Angestelltenverhältnis? Das klingt doch nach freiberuflicher Tätigkeit! Ja und nein. Die beiden Arbeitsmodelle haben gemeinsam, dass kein klassischer Angestelltenvertrag besteht. Stattdessen wird projektbasiert gearbeitet – für Freiberufler wie auch Crowdworker bedeutet dies meist, dass sie für verschiedene Auftraggeber tätig sind. Sie schätzen die Vielfalt der Arbeit sowie die Unabhängigkeit, die Auftragslage je nach Lebenssituation gestalten zu können.


Was ist also das Besondere an der Gig Economy? Crowdworking ist noch unabhängiger und flexibler, weil es digital stattfindet. Klassische Freiberufler sind zwar selbständig, arbeiten aber für die Dauer des Projekts teilweise vor Ort im Unternehmen. In der Gig Economy spielt sich die gesamte Kommunikation von der Ausschreibung des Auftrags bis hin zum Ergebnis online ab. Wo auf der Welt sich die Crowd befindet, ist eher nebensächlich.


Ein weiterer Unterschied zur etablierten Freiberuflichkeit ist, dass meist eine Plattform zwischengeschaltet ist. Für Selbständige kann dadurch die oft mühsame Akquise erleichtert werden. Andererseits verdienen die Plattformen durch die Provision natürlich mit. Crowdworker müssen sich außerdem in Bezug auf Konditionen und Lohn im vorgegebenen Rahmen der Plattform bewegen. Diese Rahmenbedingungen können aber auch sehr hilfreich sein, weil nicht für jeden Gig neu verhandelt werden muss.


Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen, die Zugriff auf einen Pool qualifizierter Crowdworker haben. Im besten Fall entwickeln die Plattformen einen ausgeklügelten Matching-Algorithmus, der erfasst, wie die einzelnen Mitglieder der Crowd arbeiten, und auf dieser Basis Unternehmen mit den passenden Experten verknüpft.

Gekonnt crowdsourcen
Das Arbeitsmodell Crowdsourcing birgt für Unternehmen zahlreiche Vorteile. So lassen sich beispielsweise Kosten reduzieren und innovative Ideen von außen einholen. Crowdsourcing ist allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Es bedarf einer gezielten strategischen Herangehensweise, einer guten Integration in die eigene Unternehmenskultur und einem professionellen Communitymanagement. Im Folgenden soll der Trend Crowdsourcing kurz geschichtlich verortet werden. Anschließend werden einige Anwendungsbeispiele gezeigt, Vorteile sowie Risiken erörtert und Handlungsempfehlungen für erfolgreiches Crowdsourcing gegeben.

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2. Die Geschichte des Crowdsourcing

Der Begriff Crowdsourcing wurde im Jahr 2006 durch den amerikanischen Journalisten Jeff Howe geprägt. Sein viel beachteter Artikel 'The rise of crowdsourcing' kann als Ausgangspunkt dieser Bewegung gelten. Howe beschreibt Crowdsourcing als eine interaktive Form der Leistungserbringung, die eine kollaborative und wettbewerbsorientierte Organisation aufweisen soll. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Nutzung digitaler Kommunikationstechnologien und eine große Anzahl motivierter Akteure mit unterschiedlichen Wissenshorizonten – also die Crowd – charakteristisch.


Einen besonderen Schub erlebte die Crowdworking-Bewegung im Jahr 2009, als die Finanzkrise weltweit das Wirtschaftswachstum stark einbrechen ließ. Zahlreiche Menschen verloren ihre Jobs und waren auf der Suche nach einer schnellen und flexiblen Erwerbsmöglichkeit: Durch Crowdworking konnten sie sich mit kleinen Gigs über Wasser halten und Aufträge von Unternehmen rund um den Globus annehmen. Für Unternehmen war Crowdsourcing wiederum eine kostengünstige Alternative zu festangestellten Mitarbeitern und die Möglichkeit, trotz der Krise handlungsfähig zu bleiben.


In den Folgejahren sollten immer mehr Plattformen online gehen, sodass die Gig Economy insgesamt eine größere Bedeutung erlangte. Experten gehen davon aus, dass allein in Deutschland gut eine Mio. teils hochqualifizierte Menschen als Crowdworker arbeiten. Auf den zahlreichen verschiedenen Crowdsourcing-Plattformen tummeln sich teilweise bis zu zwei Mio. User aus aller Welt – Tendenz steigend.


Im Trend liegt Crowdsourcing nicht zuletzt auch wegen des akuten Fachkräftemangels. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen in vielen Branchen haben Probleme, Stellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Die Personalsituation lässt sich entspannen, indem durch Crowdsourcing mit Experten auf einer freien, aber dennoch verlässlichen Basis zusammengearbeitet wird. Unternehmen können so sehr flexibel ihren Bedarf decken, ohne Personal fest anstellen zu müssen.

Work-Life-Balance und digitales Nomadentum

Das Arbeitsmodell Crowdworking geht Hand in Hand mit einem Lebensgefühl: Insbesondere junge Menschen legen immer größeren Wert auf selbstbestimmtes Arbeiten, Abwechslung und eine gute Work-Life-Balance. Sie sehnen sich danach, sich ihre Arbeit selbst einteilen zu können und nicht an ein Büro gebunden zu sein. In vielen Berufen reichen heutzutage ein Laptop und eine stabile Internetverbindung aus, um arbeiten zu können.


Crowdworking ist nicht nur Antwort auf dieses Bedürfnis, sondern Wegbereiter für flexibles Arbeiten. Denn Crowdworker müssen nicht erst einen Arbeitgeber finden, der ihnen derartige Freiheiten einräumt, sondern können flexibel immer wieder neu entscheiden, wie viel und woran sie arbeiten möchten. Digitales Nomadentum, das heißt ortsunabhängig zu leben und zu arbeiten, lässt sich mit Crowdworking realisieren.

Crowdsouring: Schon im 19. Jahrhundert ein Thema?

Die Gig Economy findet online statt. Digitalisierung, Internet und der weit verbreitete Zugang dazu sind also Voraussetzungen für Crowdsourcing. Wenn man allerdings den Begriff etwas weiter fasst und das Hauptaugenmerk auf die Involvierung einer Crowd legt, erkennt man bereits im 19. Jahrhundert erste Projekte, die als Crowdsourcing verstanden werden können.


1879 stand der Philosoph James Murray vor der Herausforderung, das seit Jahrzehnten nicht in Gang kommende Projekt eines neuen Wörterbuchs der englischen Sprache zu vollenden. Mehrere Philosophen und Sprachexperten arbeiteten bereits daran, aber die Masse des Projekts war kaum zu bewältigen. Murray entschied sich, die englischsprachige Bevölkerung um Hilfe zu bitten: In Buchläden und Büchereien verbreitete er den Aufruf, seltene Wörter zu recherchieren, zu definieren und einzuschicken. Das Ergebnis: 'The Oxford English Dictionary'. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch die 2001 gelaunchte Online-Enzyklopädie Wikipedia.


Klar ist: Dass das Wissen Vieler großen Wert hat, ist keine neue Erkenntnis. Digitalisierung und Globalisierung des 21. Jahrhunderts machen es möglich, die großen Wissens- und Innovationspotenziale der Crowd voll auszuschöpfen.

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Los gehts!

3. CrowdSourcing in der Praxis:
Wie wird es von Unternehmen genutzt?

Crowdsourcing ist nur was für hippe Digital-Start-ups? Falsch. Im Folgenden sollen anhand von Beispielen aus der Praxis unterschiedliche Formen des Crowdsourcing besprochen werden.


Möchte man Crowdsourcing kategorisieren, sind verschiedene Ansätze möglich: So kann beispielsweise nach Größe, Komplexität und Innovationsgrad der Aufträge unterschieden werden oder danach, ob und in welcher Form die Crowdworker für ihre Arbeit bezahlt werden. David Geiger et al. trafen in ihrem 2012 veröffentlichten Paper 'Crowdsourcing Information Systems - Definition, Typology, and Design' eine Differenzierung in vier Typen von Crowdsourcing. Diese Typisierung soll hier nicht im Detail besprochen werden. Sie dient aber als Vorlage für die folgenden Kategorien des Crowdsourcing:

Crowd Processing bzw. Mikrojobs

→ meist simple Aufgaben mit klar definiertem Ergebnis

Unter Crowd Processing versteht man das Erledigen kleiner Aufgaben, die klar definiert und meist schnell und ohne besondere Vorkenntnisse zu erledigen sind. Diese Aufgaben werden auch Mikrojobs genannt. Typische Beispiele sind Übersetzungen, das Schreiben von Texten oder das Überprüfen von Adressdaten. Das crowdsourcende Unternehmen zerteilt ein großes Projekt in viele kleine Aufgaben und beauftragt anschließend die Crowd mit diesen Mikrojobs.


Ein Beispiel aus der Praxis: Das Handelsunternehmen Rewe nutzt Crowdsourcing, um in ganz Deutschland Fotos des Sortiments erstellen zu lassen. Für diese simple Aufgabe Fotografen anzustellen, die durch das ganze Land reisen müssten, wäre enorm kostspielig und ineffizient. Stattdessen wird die Crowd beauftragt: Sie deckt nahezu das gesamte Gebiet ab und kann innerhalb kurzer Zeit die benötigten Fotos liefern.


Eine Plattform für Mikrojobs ist clickworker.de, eine 2005 gegründete Crowdsourcing-Website. Laut Angaben des Unternehmens sind über zwei Mio. Crowdworker registriert. Mögliche Mikrojobs auf clickworker.de reichen von Sprach- und Bilderkennung über Videotagging bis hin zu Glossarerstellung und Produktkategorisierung.

Crowd Solving

→ insbesondere für das Lösen von komplexen Problemen geeignet

→ hoher Innovationscharakter


Diese Art des Crowdsourcing nutzt das Wissen und die Expertise der Crowd. Ob mathematisches Problem, komplexe Design-Challenge oder die Suche nach dem Auto der Zukunft: Crowdsourcing in Form von Ideenwettbewerben oder offenen Forschungsaufgaben liefert viele, unabhängig voneinander entstandene Lösungen. Nicht alle Lösungen sind zielführend und entsprechen den Ansprüchen des Unternehmens. Mit gutem Management von Crowd und Prozess birgt Crowd Solving jedoch immenses Potenzial.


Ein Beispiel aus der Praxis: Procter & Gamble nutzen schon seit Jahren Crowdsourcing, um innovative Ideen von außen in das Unternehmen zu bringen. So betrauten sie zum Beispiel die Crowd mit der Challenge, eine Substanz zu finden, die Spülwasser blau färbt, sobald genug Spülmittel ins Wasser gegeben wurde. Die Italienerin Giorga Sgargetta, hauptberuflich Qualitätsmanagerin in einer Pflanzenschutzmittelfabrik, fand nach eigenen Recherchen und Experimenten eine Substanz, die alle Ansprüche erfüllte, und erhielt ein Preisgeld von 45.000 US Dollar.


In Crowdsourcing-Prozessen wie diesem ist der sensible Umgang mit vertraulichen Daten besonders wichtig. Daher ist den Crowdworkern manchmal gar nicht bekannt, für welchen Auftraggeber sie experimentieren, rechnen und brainstormen. Die Rechte an ihren Erfindungen treten sie in der Regel ab. Es ist aber üblich, die Gewinner-Idee mit einem Preisgeld zwischen 10.000 und 100.000 US Dollar, manchen Angaben zufolge sogar bis zu einer Mio. US Dollar, zu vergüten.


Eine auf Crowd Solving spezialisierte Plattform ist InnoCentive. Die Idee zu InnoCentive entstand 1998 bei einem Brainstorming für einen Pharmakonzern. Die Gründer fragten sich: Was, wenn wir ein Netzwerk von Experten aus verschiedenen Bereichen aufbauen könnten, die alle an einer Challenge arbeiten würden? Heute sind über 390.000 zum großen Teil gut gebildete Crowdworker bei InnoCentive registriert.


Alternativ kann auch eine eigene Plattform gebaut werden. Ein Beispiel: Auf tchibo-ideas.de suchte Tchibo nach neuen Produktideen für das ständig wechselnde Sortiment. Die besten Ideen wurden mit bis zu 2.000 Euro belohnt. Auf diese Weise können nicht nur neue Ideen und direktes Feedback generiert werden, sondern gleichzeitig Kunden aktiv mit in den Prozess eingebunden und eine Beziehung zur Community aufgebaut werden.


Unter dem Stichwort 'Open Innovation' werden Crowd Contests detaillierter unter die Lupe genommen.

Crowd Creation

→ usergenerierter, heterogener Content

→ Wert ergibt sich erst aus dem Ganzen heraus


Von Crowd Creation ist die Rede, wenn die Crowd selbständig Content produziert und damit Plattformen füttert. Dieser Content kann aus Videos auf YouTube, Stock-Fotos auf Unsplash oder Apps im Appstore bestehen. Die Crowdworker liefern ihre Arbeit zwar unabhängig voneinander ab, tragen aber erst gemeinsam zum Sinn der Plattform bei.


Ein klassisches Beispiel ist die digitale Enzyklopädie Wikipedia, die durch die Crowd erstellt und überarbeitet wird. Die Crowdworker übernehmen kleine Rechercheaufgaben, schreiben einzelne Sätze oder ganze Artikel. Erst durch das Zusammenkommen der Beiträge der einzelnen Crowdworker ergibt sich der Mehrwert der Plattform: Ein ständig überprüfter und ergänzter Wissensschatz.


Im Fall von Wikipedia erhalten die Crowdworker kein Geld. Crowd Creation kann aber auch gegen Bezahlung geleistet werden. Ein Beispiel hierfür ist die Plattform Spreadshirt, auf der eigene Designs hochgeladen werden können. Wenn sich T-Shirts mit diesem Design verkaufen, wird der Crowdworker an den Einnahmen beteiligt.

Crowd Rating

→ Produkttests und Bewertungen

→ zur Erhöhung der Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit


Auch Kundenbewertungen auf Plattformen wie Amazon, eBay oder TripAdvisor zählen im weiteren Sinne zu Crowdworking. Wie bei der Crowd Creation ergibt sich erst aus der Masse der Bewertungen ein Sinn, denn so können potenzielle Kunden in ihrer Kaufentscheidung geleitet werden.


Für Unternehmen kann Crowd Rating die eigene Sichtbarkeit und Reichweite verbessern. Hierbei geht es nicht darum, falsche Bewertungen zu kaufen. Vielmehr sollte man der Community gezielt Anreize setzen, die sie dazu motiviert, Bewertungen oder Erfahrungsberichte zu verfassen. Eine stabile Beziehung zu einer Community, die begeistert ist und im besten Fall sogar selbst zum Markenbotschafter wird, ist unerlässlich.


Diese Typisierung von Crowdsourcing hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. So kann beispielsweise auch Crowdfunding zu Crowdsourcing gezählt werden. Auf diese und weitere Themen wird an anderer Stelle detailliert eingegangen.

Ist Crowdsourcing auch etwas für mein Unternehmen?
Die Beispiele aus der Praxis zeigen: Crowdsourcing ist ein sehr vielfältig einsetzbares Instrument, das sich zum Beispiel zum Auslagern kleiner Routineaufgaben, zur Lösung großer Probleme oder zum Aufbau einer aktiven Community eignet. Die Aufgaben können simpel, repetitiv, komplex oder kreativ sein und mit Anreizen wie Bezahlung, Preisgeld oder Wertschätzung in der Community locken. Im Folgenden soll es um Potenziale und Herausforderungen des Arbeitsmodells Crowdsourcing gehen.

4. Potenziale von Crowdsourcing:
Wie kann mein UNternehmen profitieren?

Nach der Betrachtung verschiedener Arten des Crowdsourcing und einiger Anwendungsbeispiele soll es nun um Potenziale dieses Arbeitsmodells gehen: Welche Vorteile birgt Crowdsourcing für Unternehmen insbesondere gegenüber herkömmlichen Prozessen? Inwiefern kann Crowdsourcing einen Wettbewerbsvorteil schaffen? Und wie könnte auch mein Unternehmen konkret von der Gig Economy profitieren?
Schwarmintelligenz und der Emergenzeffekt
Crowdsourcing ermöglicht es, eine große Gruppe von Menschen für den eigenen Betrieb arbeiten zu lassen. Unternehmen können dabei vom Emergenzeffekt profitieren. Konkret bedeutet das: Die Crowd mit ihren unterschiedlichen Wissensschätzen, Erfahrungen und Lebenswelten kann zu vielfältigeren und besseren Lösungen finden als eine kleine unternehmensinterne Abteilung – auch wenn diese mit Experten besetzt ist. Das Wissen und die Ideen Vieler sind, sofern sie richtig angezapft werden, sehr wertvoll.


Die Schwarmintelligenz ist besonders von Vorteil, wenn Unternehmen vor komplexen Problemstellungen stehen und selbst nicht wissen, wie genau die Lösung aussehen könnte. Der Pharmakonzern Merck schrieb beispielsweise einen Ideenwettbewerb aus, um einen Testprozess von Chemikalien zu vereinfachen. Die Lösung: Ein von IT-Experten entwickelter Algorithmus. Die unternehmenseigenen Mitarbeiter wären nicht auf diese Lösung gekommen – ganz einfach aus dem Grund, dass ihnen derartige Algorithmen gar nicht bekannt waren.


Auch Wikipedia profitiert davon, dass es in der Crowd Menschen gibt, die Spezialisten in einem Nischenthema sind und genau darüber schreiben können.


Es gilt also: Wenn die Crowd gut gewählt und gemanagt wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass genau der Experte dabei ist, der das Problem oder die Aufgabe angehen kann.


Ist Schwarmintelligenz also nur etwas für Chemie- und Computer-Experten? Ganz im Gegenteil. 'Experte' ist jeder Crowdworker, der individuelle Erfahrungen, Kenntnisse und Ideen zum jeweiligen Thema mitbringt. Damit sich die einzelnen Crowdworker entfalten können und das Potenzial der Schwarmintelligenz voll ausgeschöpft werden kann, müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein, auf die später genauer eingegangen wird.

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Zeitliche und räumliche Flexibilität

Crowdworker arbeiten räumlich und zeitlich entgrenzt. Sie können quasi überall auf der Welt und zu jeder Tages- und Nachtzeit tätig sein. An Bürostandorte und -zeiten sind sie nicht gebunden. Für Unternehmen bedeutet dies eine enorme Flexibilität und eine sehr schnelle Bearbeitung selbst umfangreicher Aufgaben. Dies kann einen großen Wettbewerbsvorteil schaffen, insbesondere gegenüber Unternehmen, die ihre Mitarbeiter noch an feste Zeiten binden.


Im vorherigen Kapitel wurde bereits das Beispiel des Handelskonzerns Rewe erläutert, der Crowdworker Fotos von seinem Sortiment machen lässt. Für diese Aufgabe ist es von großem Vorteil, dass die Crowd über ganz Deutschland verteilt ist.


Auch Crowdsourcing über Landesgrenzen hinaus birgt großes Potenzial, weil internationale Experten in das eigene Projekt eingebunden werden können.


Die Flexibilität, die Crowdsourcing Unternehmen ermöglicht, kann ihre Handlungsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit verbessern, weil sie jederzeit Zugriff auf einen großen Pool von internationalen Crowdworkern haben. In der schnelllebigen, globalisierten Welt kann diese Flexibilität einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Hohes Innovationspotenzial

Noch immer herrscht in vielen Unternehmen das 'Not-invented-here-Syndrom': Nicht hier erfunden, also nicht gut. Doch durch diese Einstellung verpassen Unternehmen wertvolle Innovationen, die von außen hineingebracht werden könnten – zum Beispiel durch die Crowd. Dabei kann es sich um Lösungen für eine komplexe Challenge eines Chemiekonzerns, aber auch um crowdgesourcte Blog-Texte, die eine andere Perspektive eröffnen, oder um Ideen für neue Produkte handeln.


Durch die vielfältigen Blickwinkel der Crowdworker kann sich das Unternehmen darüber hinaus vor Betriebsblindheit und Realitätsferne schützen. Gerade Crowdsourcing aus der eigenen Community, zum Beispiel die schon erwähnte Website tchibo-ideas.de, hilft, nahe am Kunden zu bleiben und sich immer wieder Feedback zu Produkten einzuholen.


In Zeiten internationalen Wettbewerbs sind Innovationsbereitschaft und -fähigkeit zentrale Eigenschaften, um als Unternehmen auf dem globalen Markt agieren zu können. Crowdsourcing bietet die Möglichkeit, die Kreativität der Crowd in eigene Innovationskraft umzuwandeln.

Immense Kosteneinsparungen

Durch Crowdsourcing lassen sich insbesondere Personalkosten drastisch reduzieren. Unterteilt man beispielsweise ein Projekt in viele kleine Mikrojobs, ist das meist viel günstiger als eine festangestellte Kraft für diese Aufgaben zu beschäftigen. Auch für Routineaufgaben, die immer wieder anfallen, aber nicht viel Zeit benötigen, ist Crowdsourcing ein passendes Mittel. Durch Crowdsourcing bezahlt das Unternehmen genau für den Umfang, der gerade benötigt wird. Wenn Aufgaben wegfallen, werden weniger Crowdworker beauftragt. Wenn ein Projekt hinzukommt, werden wieder mehr Aufträge an die Crowd gegeben. Dieses bedarfsorientierte Arbeitsmodell schont das Budget.


Ein weiterer Grund für die Kosteneinsparung ist, dass das Unternehmen nicht für Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge aufkommen, keinen Urlaub gewähren und den Crowdworker an Krankheitstagen nicht weiterbezahlen muss. Das mögliche Risiko der Ausbeutung im Crowdsourcing wird im nächsten Kapitel vertieft.


Ein weiteres Beispiel: Offene Forschungsaufrufe treffen oft auf großes Interesse und Neugierde in der Crowd. Prämiert und bezahlt wird in der Regel nur die Gewinner-Idee. Auf einen Schlag zahlreiche Ideen von motivierten Menschen auf der ganzen Welt zu erhalten und dafür vergleichsweise wenig Geld auszugeben, wäre ohne Crowdsourcing undenkbar.

Besonders kosteneinsparend wird es, wenn die Crowdworker nicht monetär vergütet werden, sondern aus anderer Motivation heraus, zum Beispiel für Wertschätzung in der Community, arbeiten. Natürlich ist diese Art des Crowdsourcing für ein Unternehmen nicht gratis. Vielmehr bedürfen Crowdsourcing und Communitymanagement einer klaren strategischen Planung, konstanter Überprüfung und guter Einbindung in die bestehende Unternehmenskultur. Kapitel 6 untersucht, wie man erfolgreich von der Gig Economy profitieren kann.


Für Unternehmen ist Crowdsourcing ein effizientes Arbeitsmodell: Aufgaben können schnell, flexibel und budgetschonend erledigt werden. Büroräume und -materialien für alle Mitarbeiter verlieren an Wichtigkeit, wenn Crowdworker ortsunabhängig für das Unternehmen arbeiten.

Aufbau einer aktiven Community

Crowdsourcing kann von Seiten des Unternehmens anonymisiert durchgeführt werden, wenn beispielsweise Interna geschützt werden sollen. Es kann aber auch offen kommuniziert und bewusst genutzt werden, um eine Community aufzubauen und einzubinden.

Wenn ein Unternehmen sich zum Beispiel offen zeigt für Ideen aus der Community, so wie Tchibo mit der bereits erwähnten Plattform tchibo-ideas.de, fühlen Kunden sich ernstgenommen und eingebunden. In diesem Fall kommen die Crowdworker also aus der eigenen Community oder werden durch das Crowdworking als Markenbotschafter gewonnen.


Welche Vorteile hat das konkret? Die Community kennt mein Unternehmen, meine Produkte und hat eventuell sogar konkrete Verbesserungsvorschläge. Sie versteht Aufträge meist intuitiver als Menschen, denen man das Unternehmen erst erklären muss, und ist dabei trotzdem frei von Betriebsblindheit.


Ein weiterer großer Vorteil: Begeisterung ist eine gute Motivation. Eine begeisterte und aktive Community wirkt in der Regel gerne mit, wenn es um Produktverbesserungen oder -innovationen geht. Hierbei ist es wichtig, dass die Community den einzelnen Mitgliedern einen konkreten Mehrwert bietet, zum Beispiel indem sie Plattform für den Austausch von Erfahrungen oder das Vernetzen mit Gleichgesinnten ist.


Ist der Community-Gedanke nur etwas für Unternehmen, die neue Produktideen brauchen? Nein. Auch bei klassischen Crowdsourcing-Aufträgen wie Textproduktion liegt großes Potenzial darin, eine Art Community aus engagierten Crowdworkern aufzubauen. So lassen sich die Vorteile des Crowdsourcing wie Flexibilität verbinden mit persönlicheren Beziehungen zur Crowd. Wie eine solche Beziehung gelingen kann, wird in Kapitel 6 erläutert.

Zukunftsmodell Gig Economy

Die klügsten Köpfe dieser Welt arbeiten für mein Unternehmen. Das klingt utopisch und doch macht das Arbeitsmodell Crowdsourcing genau das möglich: Flexibel, ortsunabhängig und vergleichsweise günstig kann die Crowd mit ihrer gebündelten Expertise meine Probleme lösen, neue Produkte entwickeln und vieles mehr. In Zeiten von Digitalisierung und globalem Wettbewerb stehen Unternehmen unter steigendem Innovationsdruck. Crowdsourcing ist eine strategische Antwort auf die Herausforderungen der nahen Zukunft.

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5. Risiken und Herausforderungen in der
Gig Economy

Innovation, Emergenz, Flexibilität und der Aufbau einer starken Community: Die Potenziale von Crowdsourcing klingen mehr als vielversprechend. Trotzdem werden in Presse und Öffentlichkeit immer wieder kritische Stimmen laut. Ist Crowdsourcing Ausbeutung? Sind Crowdworker digitale Tagelöhner? Und wie steht es um die rechtliche Sicherheit von Unternehmen und Crowd? Im Folgenden werden Risiken und Herausforderungen beleuchtet, die Unternehmen beachten sollten, um erfolgreiche und faire Teilnehmer der Gig Economy zu werden.

Plan- und Ziellosigkeit: Die Gefahren unklarer Rahmenbedingungen

Crowdsourcing ist kein Selbstläufer. Ähnlich wie klassisches Outsourcing muss es in die ganzheitliche strategische Ausrichtung des Unternehmens implementiert werden. Das heißt im Klartext: Bevor Aufgaben an die Crowd ausgelagert werden, muss Klarheit über die Ziele bestehen. Denn keine noch so qualifizierte Crowd kann gute Arbeit leisten, wenn das Unternehmen unklare oder ungenaue Aufgabenstellungen gibt.


Neben potenzieller Planlosigkeit des Unternehmens sind schlechte Rahmenbedingungen eine weitere Gefahr für erfolgreiches Crowdsourcing. Transparenz, Kommunikation und faire Entlohnung bilden die Basis für produktives und innovatives Arbeiten – das gilt auch beim Crowdsourcing. Wenn Crowdworker keine Wertschätzung für sich und ihre Arbeit erhalten, das Unternehmen sich nicht an Absprachen hält oder einen zu geringen Lohn zahlt, wird Crowdsourcing nicht gelingen. Insbesondere, wenn die eigene Community als Crowd eingebunden wird, ist ein durchdachtes Vorgehen und Kommunizieren von Nöten, um die Beziehung nicht zu gefährden.

Herausforderung Qualitätsmanagement

Waren die ersten Schritte in der Gig Economy erfolgreich? Um das beurteilen zu können, muss die Messbarkeit der Resultate im Vorhinein definiert werden. Worauf sollen die Crowdworker konkret achten, wenn sie meine App auf Herz und Nieren prüfen? Welche konkreten Inhalte und welche Tonalität sollen meine Texte aufweisen? In welcher Form soll die Crowd Lösungsvorschläge für meine Challenge einreichen?


Das Qualitätsmanagement geht Hand in Hand mit den bereits erwähnten klaren Zielen, Anweisungen und Rahmenbedingungen. Auch wenn beim Crowdsourcing flexibler kommuniziert und gearbeitet wird, muss die Qualität der Arbeit überprüft und sichergestellt werden. Die Herausforderung besteht darin, die Crowdworker trotz sorgfältigem Qualitätsmanagement nicht in ihrer Freiheit und Kreativität zu beschneiden. Die Gig Economy sollte ein Raum für innovative Ideen sein, in dem es aber nicht chaotisch zugeht.

Wem gehört die Idee? Unsicherheiten über Rechtliches

Viele Unternehmen schrecken vor der Idee zurück, ihren Arbeitsprozess für 'Fremde' zu öffnen – insbesondere, wenn sie dabei Probleme oder Challenges preisgeben würden. Klar ist, dass Unternehmen beim Crowdsourcing mehr Kontrolle abgeben müssen als bei klassischen, geschlossenen Arbeitsmodellen. Mitunter müssen unternehmensinterne Inhalte kommuniziert werden, um die Crowd ausreichend über das entsprechende Projekt zu informieren.


Auf der anderen Seite produzieren Crowdworker Texte, Fotos, Ideen und vieles mehr, die sie anschließend dem Unternehmen überlassen müssen. Denn was bringt einem ein grandioser Produkttext, dessen Rechte bei einem Crowdworker liegen?


Daher sind für beide Seiten klare rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Eine vertragliche Verschwiegenheitspflicht und die Abtretung von Rechten an den Arbeiten gehören in diesem Kontext zu kritischen Aspekten, die Unternehmen von Beginn an mit der gebotenen Professionalität umsetzen sollten. Crowdsourcing-Plattformen bieten hierfür meist Rahmenverträge an, die aber an die individuelle Situation des Unternehmens angepasst werden sollten.

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'Not-invented-here-Syndrom': Crowdsourcing und die eigene Unternehmenskultur

Die in einigen Unternehmen bestehende Abneigung gegenüber Innovationen von außen wurde bereits angesprochen. Mitarbeiter können sich durch Crowdsourcing auch benachteiligt fühlen, weil Crowdworker Teile ihrer Aufgaben übernehmen. Eventuell fürchten diese Mitarbeiter sogar, mittelfristig durch die Crowd ersetzt zu werden. Eine solche Einstellung erstickt die Potenziale des Crowdsourcing bereits im Keim, denn Arbeiten und Ideen aus der Crowd können auf diese Weise nicht konstruktiv in Unternehmensprojekte eingearbeitet werden. Daher sollte Crowdsourcing von Beginn an unternehmensintern diskutiert und gemeinsam mit beteiligten Mitarbeitern geplant werden.


Ein Blick auf die Seite der Crowdworker: Sie haben in der Regel wenig persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern des Unternehmens, arbeiten räumlich getrennt und oft auch nur für eine begrenzte Zeit für diesen Auftraggeber. Gerade, wenn eine langfristige Zusammenarbeit gewünscht ist, sollten die Crowdworker sich trotz Distanz als Teil des Prozesses fühlen.


Die eigene Unternehmenskultur für die Crowd und ihre Potenziale zu öffnen, kann eine Herausforderung sein. Eine externe Strategieberatung ist zu empfehlen, um Crowdsourcing von Anfang an erfolgreich zu implementieren.

Digitale Tagelöhner? Das Risiko der Ausbeutung

Gewerkschaften wie ver.di warnen davor, dass mit Crowdsourcing arbeitsrechtliche Standards und Schutzmechanismen für Arbeitnehmer umgangen werden können. Tatsächlich bewegen sich Crowdworker meist außerhalb des deutschen Sozialsystems: Sie sind nicht über den Arbeitgeber kranken- und sozialversichert, haben keinen Anspruch auf Urlaub, erhalten keinen Wochenendzuschlag und haben keine Mitbestimmungsrechte im Unternehmen. Was für manche bedrohlich klingen mag, ist für Selbständige meist gewählte Lebensrealität. Sie schätzen die Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmtheit und Abwechslung. Und auch das gängige 9-to-5-Arbeitsmodell ist bei weitem nicht für jeden geeignet. Wenn die selbständige Tätigkeit pauschal als Ausbeutung gesehen wird, mangelt es häufig am Verständnis dieses Lebensmodells.


Trotzdem sollte das Risiko der unfairen Behandlung in der Gig Economy nicht heruntergespielt werden. Zahlreiche Faktoren spielen eine Rolle: Die teils global agierenden Plattformen bewegen sich rechtlich in Grauzonen. Denn welche Regeln gelten beispielsweise für ein deutsches Unternehmen, das Crowdworker auf mehreren Kontinenten beauftragt? Hinzu kommt, dass Crowdworker sich teilweise preislich gegenseitig unterbieten, um an mehr Aufträge zu gelangen. Und gerade Mikrojobs nehmen in der Regel nur wenig Zeit in Anspruch und bedeuten dementsprechend wenig Geld für Crowdworker.


Als crowdsourcendes Unternehmen ist man in der Pflicht, Crowdworking so zu gestalten, dass beide Seiten profitieren. Es sollte einem bewusst sein, dass nicht alle Crowdworker die viel gelobte Freiheit haben, selbst über ihre Auftragslage bestimmen zu können. Auf der Kehrseite der Gig Economy werden Preise nach unten gedrückt und Menschen müssen sich von Mikrojob zu Mikrojob hangeln. Was kann ich als Unternehmer also konkret tun? Im nächsten Kapitel werden Handlungsempfehlungen gegeben.


Das Risiko der Ausbeutung im Crowdsourcing ist real und sollte nicht heruntergespielt werden. Allerdings ist es ein derart weites Feld, dass differenziert werden muss. Die Diskussion zeigt: Crowdsourcing verändert das Konzept Arbeit und stellt infrage, wo, wann und wie sie ausgeführt wird. In Kapitel 7 wird näher auf die Zukunft der Arbeit eingegangen.

Alles auf Risiko?

Crowdsourcing ist kein Hexenwerk. Die Herausforderungen und möglichen Gefahren sollten aber nicht außer Acht gelassen werden. Umso wichtiger ist es, sich strategisch überlegt dem Thema Gig Economy zu nähern und das Crowdsourcing gut in bestehende Prozesse zu integrieren. So kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen vom flexiblen Arbeitsmodell profitiert und sich langfristig Wettbewerbsvorteile verschafft.

6. Crowdsourcing richtig angehen:
4 Tipps für die Umsetzung

Bis hierhin sollte bereits klar geworden sein: Crowdsourcing ist nicht einfach nur eine hippe Online-Marketing-Maßnahme oder der neueste Social-Media-Clou. Crowdsourcing bedeutet, das Potenzial vieler Menschen für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Wie kann der Eintritt in die Gig Economy gelingen? Was sollte man beachten, um die Potenziale auszuschöpfen und die Risiken zu umgehen? Welche Schritte kann ich mit meinem Unternehmen konkret tun?

Tipp 1: Im Großen. Strategie, Plan und Messbarkeit

Wie bereits erwähnt, ist das Arbeiten in der Gig Economy zwar flexibel, aber nicht chaotisch. Daher gilt es, zunächst Klarheit über die eigenen Ziele und den strategischen Nutzen von Crowdsourcing zu erlangen.
Analyse:
Wo stehe ich mit meinem Unternehmen? In welchem Bereich würde Crowdsourcing sich anbieten? Falls das Unternehmen reguläre Mitarbeiter hat, sollte auch über ihre Rolle im Crowdsourcing-Prozess nachgedacht werden.

Zielsetzung und Messbarkeit:

Was erwarte ich mir von Crowdsourcing? Geht es in erster Linie darum, Geld zu sparen, oder möchte ich durch Crowdsourcing meine Community noch stärker an mein Unternehmen binden? Die Ziele sollten so formuliert sein, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt überprüft werden können und dadurch zeigen, ob sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befindet.

Das passende Werkzeug:

Kann das Crowdsourcing sofort gestartet werden oder fehlt es an Technik oder Software? Und soll der Prozess komplett unternehmensintern gemanagt werden? Alternativ bieten sich externe Strategieberatungen und Plattformen an, die auch beispielsweise das Sammeln der Arbeiten der Crowd übernehmen.

Die passende Crowd:

Die Auswahl der zu meinem Unternehmen und den Aufträgen passenden Crowd ist ausschlaggebend für den Erfolg des Crowdsourcing. Hier entscheidet sich auch, welche Plattform am geeignetsten ist oder ob man sogar selbst eine Plattform erstellt. Aber Achtung: Der 'perfekte' Crowdworker sollte gerade bei Formaten wie Ideenwettbewerben nicht zu eng definiert werden, um die Diversität der Perspektiven nicht zu schmälern. Hier sei noch einmal an das Beispiel des Pharmakonzerns Merck erinnert, dessen Challenge schließlich von IT-Experten gelöst wurde. Aber wie findet man geeignete Crowdworker, wenn es keine klassischen Vorstellungsgespräche gibt? Crowdworker geben in der Regel ihre Qualifikationen und Erfahrungen an und können bei Bedarf auch kleine Arbeitsproben einreichen. Viele Plattformen haben sogar eigene Einstufungssysteme, sodass Unternehmen einen guten Überblick über die Expertise der Crowdworker erhalten.

Eigenes Auftreten:

Teil der strategischen Überlegungen sollte auch die Entscheidung sein, ob man in der Crowd offen als Unternehmen auftritt oder beispielsweise aus wettbewerbsstrategischen Gründen anonym bleibt. Wie viele Informationen sollen preisgegeben werden? Wie kann der Datenschutz gewährleistet werden? Und ließe sich anonymes Crowdsourcing mit meinen Zielen vereinbaren?

Die anfängliche Planung und strategische Aufstellung ist enorm wichtig, um Crowdsourcing gezielt nutzen zu können und auch, um innerhalb des Unternehmens eine gemeinsame Vision zu verfolgen. Eine externe Strategieberatung kann dabei helfen, Bedürfnisse und Lücken in konkrete Maßnahmen zu übersetzen und somit erfolgreich in die Gig Economy zu starten.

Tipp 2: Im Kleinen. Klare Aufträge und faire Rahmenbedingungen

Ist die Strategie und Zielsetzung im Großen abgesteckt, kann die Kommunikation mit der Crowd beginnen. Verständliche Aufgabenstellungen und produktive Rahmenbedingungen sind Voraussetzungen für Resultate, die sowohl Unternehmen als auch Crowdworker glücklich machen. Konkret heißt das:

Briefing:

Egal ob es um das Vertaggen von Fotos, das Schreiben von Texten oder das Lösen von Challenges geht: Ein Briefing sollte immer eine klare Aufgabenstellung enthalten und die Erwartungen des Unternehmens kommunizieren. Welche Programme werden vorausgesetzt? Muss der Crowdworker für den Auftrag an einem bestimmten Ort sein (zum Beispiel in einem Supermarkt, um dort die Regale zu fotografieren)? Wie lang sollen die Texte sein und welche Keywords müssen sie enthalten? In welcher Form können Ideen eingereicht werden? Aber: Es gilt die Devise 'keep it (as) simple (as possible)'. Ein mehrseitiges Briefing wird mit Sicherheit nicht dazu führen, dass sich viele kluge Köpfe an einem Projekt beteiligen. Details wie ein spannender Titel helfen, Interesse für den Auftrag zu wecken.

Vertrag und rechtliche Klarheit:

Generell sollte im Vorhinein geklärt werden, wie hoch die Vergütung ist, wie viel Zeit die Crowdworker für die Aufgabe haben und ob sie beispielsweise zu Nacharbeiten verpflichtet sind, wenn die Arbeit nicht den Erwartungen des Unternehmens entspricht. Die meisten Plattformen geben bereits einen grundsätzlichen Vertrag vor, der von Unternehmen und Crowd bei Bedarf noch weitergehend verhandelt werden kann. Der Vertrag sollte besonders rechtliche Fragen schon im Vorhinein klären. Was passiert bei Vertragskündigung? Welche Rechte hat der Crowdworker an seiner Arbeit?

Produktive Rahmenbedingungen:

Gerade die räumliche Distanz und die Tatsache, dass man die Crowdworker meist nicht persönlich kennt, machen faire und transparente Rahmenbedingungen unabdingbar. Agieren auf Augenhöhe, Meinungsfreiheit sowie genügend Flexibilität sollten selbstverständlich sein und sind auch für die Motivation der Crowdworker wichtig.

Kommunikation:

Die digitale Zusammenarbeit verlangt nach verlässlichen Kommunikationsroutinen. So sollten Unternehmen für Crowdworker ansprechbar sein, Fragen beantworten und Feedback geben. Dadurch können die Crowdworker effizient und motiviert arbeiten. Verlässliche Kommunikation vermittelt außerdem Wertschätzung für die Arbeit – auch auf Distanz.

Tipp 3: Die eigene Unternehmenskultur

Qualitativ hochwertige Arbeiten aus der Crowd lohnen sich nur, wenn sie sinnvoll in die unternehmensinternen Prozesse einfließen. Hierfür ist die Akzeptanz und Wertschätzung des Crowdsourcing seitens der Mitarbeiter notwendig.

Gemeinsame Vision:

Bestehende Mitarbeiter, insbesondere diejenigen, die direkt mit der Arbeit der Crowd zu tun haben werden, sollten von Beginn an in die Planung einbezogen werden. Die Ziele hinter dem Crowdsourcing und die Strategie sollten transparent kommuniziert werden, um alle Mitarbeiter vom Sinn der Maßnahmen zu überzeugen.

Klare Zuständigkeiten:

Wer erstellt Briefings und ist Ansprechpartner für die Crowd? Wer ist dafür zuständig, die Crowdsourcing-Plattform zu pflegen? Es sollte auch bereits im Vorhinein besprochen werden, wer beispielsweise im Falle eines Ideenwettbewerbs die eingereichten Lösungen sichtet.

Tipp 4: Die Community professionell managen

Crowdsourcing ist ein gutes Instrument, um die eigene Community zu stärken und sie direkt in Unternehmensprozesse einzubinden. Denn es gibt keine besseren Experten für meine Produkte als diejenigen, die sie verwenden.

Ganzheitliche Strategie:

Die Community sollte nicht als Ansammlung günstiger Arbeitskräfte begriffen werden. Wenn also die bestehende Community in Crowdsourcing eingebunden werden soll, muss dieser Schritt in die bisherige Community-Strategie implementiert werden. Was wird sich ändern? Wie kann ich der Community diese Änderungen vermitteln? Und wie wird sie in Zukunft angesprochen?

Mehrwert für Community:

Allgemein gilt, dass die Crowd freiwillig in der Community aktiv sein muss. Sie muss darin unbedingt einen Mehrwert sehen. Können die Mitglieder sich beispielsweise vernetzen und über ein starkes gemeinsames Interesse austauschen? Inspirieren sie sich gegenseitig? Finden sie Gleichgesinnte oder Menschen, die ihnen helfen können? Der Mehrwert für die Community sollte immer im Fokus der Strategie stehen.

Eine professionell ausgearbeitete Strategie für den Aufbau und das Management einer Community ist essentiell für das Gelingen. Und es steckt viel Potenzial in einer solchen Community: Die Mitglieder sind echte Experten für mein Produkt oder meine Dienstleistung. Ihr Interesse an meinen Themen und ihre Motivation, sich einzubringen, sind groß. Um dieses Potenzial auszuschöpfen und der Community einen echten Mehrwert zu bieten, ist eine Strategieberatung sehr zu empfehlen.

Crowdsourcing aktiv gestalten

Crowdsourcing als Ausbeutung? Crowdworker als digitale Tagelöhner? Als Unternehmen in der Gig Economy hat man es selbst in der Hand, das Arbeitsmodell Crowdsourcing zu formen und zu prägen. Statt Ausbeutung, schlechter Behandlung und Niedriglöhnen sollte man als Unternehmen den großen Wert der Crowd anerkennen. Dazu gehört, das Crowdsourcing strategisch anzugehen, Ziele klar zu kommunizieren, die Crowd fair zu behandeln und zu bezahlen sowie die Balance zwischen Flexibilität und rechtlicher Sicherheit zu wahren. Nur wenn man den Wert der Crowd schätzt und sich als fairer Teilnehmer der Gig Economy verhält, kann man langfristig qualifizierte und zuverlässige Crowdworker für sich gewinnen.

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7. Verändert Crowdsourcing
die traditionelle Arbeitswelt?

Jeff Howe, der den Begriff Crowdsourcing prägte, schrieb in seinem Paper:

“Remember outsourcing? Sending jobs to India and China is so 2003. The new

pool of cheap labor: everyday people using their spare cycles to create content,

solve problems, even do corporate R & D [Research & Development]”

(Howe, 2006, S. 1).

Handelte es sich bei Crowdsourcing in den Anfangsjahren noch eher um ein Nischenphänomen, setzen immer mehr Unternehmen diesen zukunftsorientierten Ansatz in die Realität um. Denn in der Gig Economy lassen sich Aufträge nicht nur günstig und schnell erledigen. Die Crowd meistert sogar Aufgaben, die ohne die kollektive Intelligenz wohl nicht zu bewältigen wären. Wie verändert dieses Modell die Arbeitswelt? Wird der Trend anhalten? Wer profitiert von der Gig Economy?

Der Trend geht zu flexiblem Arbeiten

Crowdsourcing gewinnt immer mehr an Bedeutung, was beispielsweise an der wachsenden Zahl der Plattformen abzulesen ist. Diese digitale Arbeitsform geht im Einklang mit dem Wunsch vieler Menschen, flexibel arbeiten zu können und eine attraktive Work-Life-Balance zu schaffen. Crowdworking kann in dieser Hinsicht als vielversprechender Rahmen gesehen werden, um Arbeit und Privatleben in einer äußerst flexiblen Form vereinen zu können. Und stimmen die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Crowdworker, so lässt sich im Idealfall eine Win-Win-Situation herbeiführen.


Denn auch für Unternehmen wird Flexibilität zunehmend wichtiger. Durch globalen Wettbewerb muss oft schnell reagiert werden. Stillstand am Wochenende können sich die wenigsten Unternehmen leisten. Durch Crowdsourcing können sie auch unter widrigen Bedingungen mit hoher Performance weiter funktionieren und schnell auf Änderungen reagieren.

Die Gig Economy in Krisenzeiten

Die Finanzkrise 2008 leitete in vielen Führungsetagen einen Prozess des Umdenkens ein. Und auch die Corona-Krise 2020 machte vielen Unternehmern deutlich, wie wichtig flexibles Arbeiten, klare Strategien und starke Communities sind. Wie gut funktioniert Crowdsourcing in der Krise?


Der wohl wichtigste Vorteil von Crowdsourcing gegenüber traditionellen Arbeitsmodellen ist die Anpassung an den aktuellen Bedarf. Durch die Krise ist vorübergehend weniger zu tun? Dann wird die Crowd erst einmal nicht beauftragt. Oder besteht gerade in der Krise großer Bedarf, beispielsweise an Texten für die Website? In diesem Fall kann die Crowd verstärkt eingebunden werden. Bedarfsgerechtes Crowdsourcing spart Geld und vermeidet Personalentscheidungen, weil im Gegensatz zu klassischen Angestelltenverhältnissen nicht direkt über Entlassungen nachgedacht werden muss.


Darüber hinaus punktet die Gig Economy in der Krise auch durch die räumliche und zeitliche Flexibilität. Crowdsourcende Unternehmen können sich gerade in Krisenzeiten Wettbewerbsvorteile verschaffen, indem sie schnell reagieren, umdenken und Innovationen schaffen.

Nachholbedarf im Bereich Digitalisierung

Das digitale Arbeitsmodell Crowdsourcing setzt entsprechende Infrastruktur auf Seiten der Unternehmen sowie der Crowd voraus. In Deutschland gibt es mit Blick auf die Digitalisierung allerdings noch erheblichen Nachholbedarf. So muss beispielsweise der flächendeckende Zugang zu schnellem Internet gewährleistet werden. Auch im Umgang mit digitalen Technologien müssen Menschen eine gewisse Medienkompetenz erlernen. Diese Kompetenz ist wichtig, um die Potenziale, aber auch mögliche Risiken von Crowdsourcing bzw. Crowdworking einschätzen zu können.


Damit die Gig Economy allen Unternehmen und potenziellen Crowdworkern gleichermaßen offensteht, müssen sowohl technische Voraussetzungen als auch das Wissen über die Möglichkeiten verfügbar sein.

Die Arbeitswelt der Zukunft

In einem Forschungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales aus dem Jahr 2017 kommen die Verantwortlichen zu dem Schluss, dass das einstige Nischenphänomen das Potenzial für einen grundlegenden Strukturwandel des Arbeitsmarktes biete. Wie könnte dieser Strukturwandel aussehen?


Crowdsourcing wird Unternehmen in die Lage versetzen, an jedem Tag und rund um die Uhr auf eine fleißige Crowd zurückgreifen zu können. Große Aufgaben, zeitaufwändige Mikrojobs oder komplexe Projekte lassen sich ressourcenschonend und sehr schnell umsetzen, womit Unternehmen ihre Handlungsfähigkeit und Agilität deutlich erhöhen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können von der Gig Economy profitieren, weil sich Expertenwissen flexibel erschließen lässt, ohne dass diese Experten als Festangestellte für das Unternehmen geworben werden müssen. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel kann Crowdsourcing ein vielversprechendes Hilfsmittel sein.

Es ist zu erwarten, dass die Gig Economy die traditionelle Arbeitswelt schneller, flexibler und offener machen wird. Damit dieser Strukturwandel positiv verläuft, darf Crowdsourcing allerdings nicht als billiges Outsourcing zu Lasten der Crowd begriffen werden. Vielmehr sollte die Möglichkeit, Zugriff auf Experten auf der ganzen Welt zu haben, geschätzt werden. Und nicht vergessen: 'Experten' sind nicht nur studierte Wissenschaftler und Computer-Experten. Auch und besonders die eigene Community kann sehr wertvoll sein, wenn sie in die Arbeitsprozesse des Unternehmens eingebunden wird.

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8. Fazit: Zukunftsmodell Crowdsourcing

Crowdsourcing verkörpert eine Form der digitalen Arbeit, die großes Innovations- und Effizienzpotenzial birgt. Wie sonst könnten große Aufgaben innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden erledigt werden? Auf welche andere Weise könnten zahlreiche Experten aus der ganzen Welt an meinem Projekt arbeiten? Egal ob es um Mikrojobs wie Korrekturlesen, um Ideenwettbewerbe für neue Produkte oder um komplexe Challenges geht: Die Bandbreite der Aufträge, die an die Crowd vergeben werden können, ist quasi unendlich.


Um als Unternehmen erfolgreich in die Gig Economy zu starten, muss eine strategische Basis gebildet werden, die die Erwartungen an das Crowdsourcing formuliert. Bestehende Mitarbeiter müssen in die Planung einbezogen und Zuständigkeiten im Prozess rund um das Crowdsourcing klar benannt werden. In der Kommunikation mit der Crowd sind Wertschätzung, Verlässlichkeit und produktive Rahmenbedingungen notwendig.


Und was hat Crowdsourcing mit Community zu tun? Gerade bei Aufgaben, die regelmäßig anfallen oder für die man das Produkt etwas besser kennen muss, bietet sich eine langfristige Zusammenarbeit an – und die kann problemlos digital gepflegt werden. Hierfür sind zunächst der bereits genannte respektvolle Umgang und klare Aufgabenstellungen notwendig. Möchte man seine eigene Community aktiv einbeziehen bzw. eine Community aufbauen, ist es außerdem wichtig, einen konkreten Mehrwert für die Mitglieder zu schaffen. Wie das funktionieren kann, wird in diesem Artikel erläutert.


Die Gig Economy ist das Arbeitsmodell der Zukunft. Für Unternehmen bedeutet das, sich am besten jetzt mit den eigenen Bedürfnissen und Lücken zu befassen, Maßnahmen zu beschließen und ins Crowdsourcing zu starten. Mit einer Strategieberatung klappt das ganz schnell: Wenn die Ziele und ersten Schritte erst einmal definiert sind, kann die Vielfalt der Crowd erkundet werden. Schnellen Ergebnissen, neuen Ideen und guten Kontakten steht nichts mehr im Weg!

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