Bezahlte Facebook-Gruppen: So nutzt du die exklusiven Communities

In diesem Jahr haben viele Internetgiganten das Abo-Modell für sich entdeckt. Facebook hat nun mit einem neuen großen Update geschlossene, bezahlte Facebook-Gruppen angekündigt. Was ändert sich für Community-Betreiber und wie nutzt du das Feature für deine Kunden?

Auf Communities und Interaktion hat Mark Zuckerberg sein Erfolgsmodell Facebook von Anfang an ausgerichtet. Mit der neuen Entwicklung, immer mehr Geschäfte in dem Netzwerk abzuschließen kommt er jedoch vor allem dem Begehren vieler kommerzieller Nutzer nach. Facebook ist nicht das einzige Unternehmen, das entdeckt hat, dass Menschen für guten Inhalt gern zahlen. Was über Dienste wie Patreon und Steady begann, bei denen Creator sich von ihren Fans unterstützen lassen können, kam zuletzt auch zu dem Videoportal YouTube.

Wozu eigentlich Facebook-Gruppen?

Während bei exklusiven Videoinhalten oder der Unterstützung eines Kanals auf Twitch oder YouTube ein Gegenwert an Entertainment existiert, ist der Nutzen einer bezahlten Facebook-Gruppe nicht sofort erfassbar. Facebook-Gruppen existieren zu jedem Thema und Hobby. Schon immer gab es dabei auch besonders spezialisierte Gruppen, beispielsweise für bestimmte Ernährungsstile oder technische Themen, politische Interessen oder Sportarten. Diese Gruppen verursachen ebenso lange wie es sie gibt einen hohen Verwaltungsaufwand. Regionale Gesetze zwingen die Gruppenadmins, Beiträge zu moderieren, mit Sicherheitsbehörden zu kooperieren oder private Streitigkeiten zwischen Mitgliedern zu schlichten.

Der Zeitfaktor ist jedoch nur ein Grund, warum die Bezahlung hochwertiger Mitgliedschaften eine gute Ergänzung für die Nutzer selbst darstellt. Denn einige Mitglieder haben einfach mehr Fachwissen zu bieten, als andere. Was würdest du sagen, wenn ein Tierarzt in deiner Umgebung eine Facebook-Gruppe leiten würde, in der du deine fachlichen Fragen für einige Euro im Monat ganz einfach offen stellen kannst - perfekt moderiert und fachlich beantwortet? Dieses Modell ist für viele Themengebiete denkbar.

Bessere Einlasskontrolle für Gruppen

Der Vorteil einer exklusiven, bezahlten Facebook-Gruppe ist jedoch vor allem der, den bisher nur geheime, geschlossene und damit schwer auffindbare Gruppen boten. Spammer, Störer und Trolle zahlen nämlich kein Eintrittsgeld. Je höher die Abokosten für die Community, desto größer die Chance, dass alle die anwesend sind sich wirklich für das Thema interessieren. Seien es die exklusiven Videos und Posts eines Prominenten, DIY Tipps einer bekannten Einrichterin oder Datingcommunities.

Letztere sind mit dieser neuen Funktion plötzlich wieder eine echte Option. Bisher mussten Mitglieder Angst haben, dass sie in offenen Datingcommunities Fakeaccounts zum Opfer fallen. Auch für Erotik- und Adult Content allgemein bieten geschlossene, bezahlte Facebook-Gruppen einen geschützten Rahmen.

Die Auswahl, welche Inhalte Nutzer in einem moderierten, geregelten Umfeld exklusiv konsumieren möchten, entscheidet dann natürlich über Sinn und Erfolg einer Gruppe. Wer bisher eine offene Gruppe zu einem populären Thema erstellte, konnte sicher sein, hunderte interessierte Mitglieder anzuziehen. Dadurch konnten auch Produkte und Inhalte schneller beworben werden. Diese Option muss in der bezahlten Gruppe dann hinten anstehen, schließlich zahlen die Nutzer bereits für die Mitgliedschaft und möchten dann voraussichtlich keine zusätzliche Werbung sehen.

Das hat Facebook vor einigen Wochen vorgestellt

Facebook selbst dürfte Pläne haben, wie sich dieses Abo-Modell weiter vorantreiben lässt. Was wir aktuell darüber wissen, gibt jedoch genug Anlass, dass Marketingexperten es sich näher ansehen sollten. Vorgestellt wurden zunächst jedoch nur grundlegende Funktionen.

Der Facebook-Algorithmus wurde überarbeitet

Diese Funktion sollten alle kennen, die mit Facebook arbeiten. Der Facebook-Algorithmus wurde so umgestellt, dass er den Fokus heute wieder mehr auf direkte Kontakte und Gruppen legt. Seiten werden als weniger wichtig bewertet. Selbst wenn die Nutzer also täglich mit deiner Seite interagieren - ihre Freunde werden ihnen zuerst angezeigt. Gesponserte Posts bleiben ebenso ein Nebenthema. Sie können weiter gekauft werden, werden jedoch nicht häufiger angezeigt. Damit ist Werbung im Feed immer noch eine teure Option, die zugleich Spam für die Nutzer reduziert.

Facebook-Gruppen werden wichtiger als Seiten

Je mehr das Netzwerk in den letzten Jahren wuchs, desto stärker kristallisierte sich heraus, dass echte Communities nicht auf Seiten entstehen. Sie entstehen im direkten Kontakt oder in Gruppen. Beruflich darfst du den Privatprofil schon lange nicht mehr ausschließlich nutzen, darum bleibt dir in letzter Konsequenz nur der Aufbau einer gut moderierten Gruppe für deine Kunden. Diese wird durch die Änderungen nun auch häufiger angezeigt und informiert Mitglieder zuverlässig über neue Beiträge wenn sie sie sehen möchten.

Bezahlte Facebook-Gruppen kommen für alle

Mit dem Fokus auf Gruppen hat Facebook nun auch das genannte Abo-Feature angekündigt. Es soll für alle verfügbar sein. Wer eine bezahlte Gruppe anbietet, genießt zudem schnellen Customer Support. Die Funktionen wurden ausgebaut. Regelverletzungen kannst du dem User der sie begeht nun automatisch zukommen lassen. Die Notiz wird ihm einfach an den betreffenden Post gepinnt. Wer stört, fliegt mit nur zwei Klicks aus der Gruppe. Dort kannst du auch einstellen, dass alle seine Beiträge mit ihm verschwinden. Spam verschwindet so effektiv und die Gruppe wird attraktiver. Das gefällt zahlenden Nutzern besonders gut.

Lohnen sich bezahlte Facebook-Gruppen für mich?

Die große Frage ist aktuell, für wen sich bezahlte, exklusive Communities auszahlen werden. Wahrscheinlich ist, dass wie zuvor auf YouTube oder bei Podcasts und anderen Medienformaten ein wenig Glück in Verbindung mit Werbung benötigt wird, um eine Community aufzubauen. Niemand kann mit Sicherheit sagen, dass ein von dir angebotenes Training oder ein bestimmter Inhalt attraktiv genug für zahlende Nutzer ist. Es hilft, wenn du Expertenwissen und gute Medienskills mitbringst und dich auf eine große Gruppe einlassen und sie moderieren kannst.  In jedem Fall sollte der Inhalt so hochwertig sein, dass du selbst privat dafür zahlen würdest. Eine lokale Datingcommunity wird beispielsweise nur dann interessant, wenn regelmäßig Datingspiele oder Partys vor Ort veranstaltet werden. Trainingsvideos und Streams müssen durch einen netten Umgang in den Unterhaltungen ergänzt werden. Wer nur "vor sich hin postet", dürfte seine Abonnenten nicht lange behalten. Dafür bietet dir das neue Feature ein relativ einfaches Werkzeug mehr, um dein Business auszubauen und Erfolg in deiner Branche zu haben.

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