Deine Content-Strategie auf Pinterest

Immer dann, wenn es um Content-Strategien in den sozialen Netzwerken geht, lohnt sich der Blick in die reale Welt: Welche Themen würdest du mit Freunden besprechen und welche eher mit Experten? Bei welchen Themen bevorzugst du einen kurzen Plausch und wann ist es dir wichtig, thematisch in die Tiefe zu gehen? Mit den Antworten auf solche Fragen bist du bereits dicht dran, den Kurs für deine Content-Strategie auf Pinterest zu bestimmen. 

Bei Facebook und Instagram haben wir es oft mit flüchtigen Momenten zu tun, dort werden auch Fotos zum Tageswetter gepostet. Die Nutzer von Pinterest suchen nach Inhalten, die sie bei ihren Projekten und in ihrem Lifestyle weiterbringen. Weil du dir sicher bist, dass dein Unternehmen ihnen dabei helfen kann, bist du bei Pinterest aktiv. Hier ist zuerst dein Fachwissen und deine Gabe zu inspirieren der Leitgedanke beim Content. Das niedliche Anstupsen, tägliche Selfies und massenhaftes Verschicken Emojis wirken bei Pinterest deplatziert. 

Welche Inhalte gut bei Pinterest funktionieren und wie du sie ansprechend präsentierst - davon handelt dieser Blogpost unserer Pinterest-Serie.

Wie definiert Pinterest selbst attraktive Inhalte?

Pinterest möchte es seinen Profi-Nutzern wie dir generell erleichtern, den Content zu identifizieren, der in der Community ankommt. Denn aus einer gesunden Balance von Nachfrage und Angebot entstehen Nutzererlebnisse, die alle Gruppen länger auf der Plattform halten und zu Weiterempfehlungen führen. Dies ist die Basis des Geschäftsmodells von Pinterest. 

Es lohnt sich deshalb tatsächlich, den Newsroom von Pinterest regelmäßig zu checken. Dort finden sich üblicherweise mehrfach monatlich Überblicksartikel zu den Trends, die Pinterest bei seinen Nutzern ausgemacht hat. Im Jahresvergleich werden für 2018 etwa folgenden Themengebiete genannt, die überdurchschnittlich gewachsen sind:

  • Style-Ideen: plus 38 Prozent. Menschen merken sich Pins, die gute Beispiele dafür sind, wie sie leben möchten, vom Outfit über den Blumenstrauß bis hin zur ganzen Wohnungseinrichtung. Dass sich hier in einen guten Kontext gebrachte Produktempfehlungen wiederfinden, müssen wir dir wohl nicht mehr lang erklären.
  • Kunst: plus 50 Prozent. Pinterest-Nutzer sind kreativ, Pinterest-Nutzer fühlen sich oft selbst als Hobby-Künstler. Von den passenden Rahmen für Kunstdrucke über bezahlbare Skulpturen bis hin zu wertvollen Kunstbänden und Künstlerbedarf - falls dein Produkt oder Projekt zum Oberbegriff Kunst passt, dann besetze ihn mit gutem Content.
  • DIY (Do it yourself): plus 35 Prozent. Anleitungen zum Selbermachen, ob nun als Heimwerker oder Selbstnäherin, machen sich bestens auf Pinterest. Dort, wo ein schönes Beispielfoto überzeugt, ist schnell ein neues Projekt geboren und die dafür benötigten Details werden schließlich bei dir eingekauft.

Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen, Tourismus ist im Kommen bei Pinterest und selbst komplexere Themen wie Versicherungsvergleich oder Anlagestrategien punkten bei Pinterest, wenn sie passend verpackt werden. Infografiken sind beispielsweise ein echter Pro-Tipp, sie verbreiten sich rasend schnell auf diesem Social Media Kanal. Da du bei jedem Pin und jeder Pinnwand auch Links setzen darfst, sind längere Texte gar nicht das Problem - die finden sich dann hinter dem Link zu deiner Webpage. 

Der optische Aufmacher und die Kurzbeschreibung sind die Schlüssel dazu, überhaupt erst Interesse an deinem Content zu wecken. Weil dessen Lebensdauer bei Pinterest mit mindestens einem Vierteljahr Begünstigung durch den Algorithmus weit länger ist als bei Facebook oder Instagram, ist es ungemein wichtig, Content mit wirklichem Mehrwert zu bieten. Klar wird das auch bei den saisonalen Trends zum Ende des Jahres:

  • Gesunde Feiertagsrezepte kommen auf plus 54 Prozent mehr Betrachtungen als noch 2017.
  • Solche, die mit ketogener Diät in Verbindung gebracht werden, sogar auf plus 149 Prozent.
  • Sylvester steht vor der Tür: plus 469 Prozent für Fingerfood und plus 695 Prozent für Häppchen und Antipasti.

Deko-Ideen, Signature-Drinks, festliche Looks und besondere Desserts - all diese Themen performen schon vor dem Dezember bei Pinterest überdurchschnittlich gut. Denk also jetzt schon an Ostern mit der zugehörigen Ferienzeit und spätestens zu Ostern an den Sommer. Dein Publikum bei Pinterest bereitet sich frühzeitig auf vorhersehbare Anlässe vor, zu denen es gerne etwas selbst machen oder unternehmen möchte, zu denen es sich selbst belohnen will oder neue Dienstleistungen fällig werden. Kinder, Küche, Hochzeit, Haustiere, Hausbau, Jubiläen, Halloween und Valentinstag - all das sind Denkanstöße für dich zu Themen, in deren Umfeld doch auch Platz für deine Angebote sein müsste. 

Stöber doch einfach einmal mit solchen Suchbegriffen bei Pinterest und finde dann mit Zusatzkriterien wie "umweltfreundlich", "gesundheitsbewusst", "einfach" oder "retro" Beispiel dafür, wie andere ihre Pins gestaltet haben, die zu Dauerbrennern wurden. Die Pinterest-Gemeinde giert geradezu nach neuen Ideen und dieses Verlangen sollte dein Content stillen.

Was du wissen solltest, bevor du deine Content-Strategie auf Pinterest umsetzt

Jetzt, wo du all deine Ideen zu großartigem Content auf Pinterest am liebsten sofort umsetzen willst, erinnern wir dich dennoch kurz an einige der strategischen Grundüberlegungen:

  • Denke bei Pinterest vonseiten der Pins und Pinnwände aus, wenn du Content vorbereitest. Die Zahl der Follower, die dein Profil allgemein aufweist, ist nicht sonderlich relevant und es wäre vergebene Müh, den Followern wie etwa bei Instagram auffällig entgegenzukommen.
  • Die Anerkennung für gelungene Pins drückt sich bei Pinterest durch Repins aus, thematisch gut kuratierte Pinnwände haben die meisten Chancen auf Follower. Die wichtigste Zahl für dich ist aber die der monatlichen Betrachter bei Pinterest, sie drückt deine reale Reichweite aus.
  • Die Pinterest-Nutzer lassen sich von ihrem individuellen Feed inspirieren oder suchen gezielt nach Themen. Je eleganter du deine Keywords einbaust und je attraktiver deine visuellen Ideen sind, desto mehr Nutzer wirst du erreichen. Diese sorgen dann durch Repins für einen Schneeballeffekt und so im Endeffekt auch für ein besseres Rating im Algorithmus.
  • Trotzdem sollte dein Profil von Beginn an aussagekräftig und aufgeräumt sein - wie das leicht zu bewerkstelligen ist, haben wir dir im Blogbeitrag zum Einrichten eines Business-Accounts bei Pinterest erläutert.

Der erste selbst erstellte Pin - was sollte ich beachten

Wir kommen hier in diesem Blog in Kürze noch in aller Ausführlichkeit auf den perfekten Pin zu sprechen. Aber damit deine Geduld nicht unnötig auf die Probe gestellt wird, hier die Gos und No-Gos in aller Kürze:

  1. Der visuelle Inhalt eines Pins ist ausschlaggebend dafür, ob sich andere Nutzer mit dem Pin näher beschäftigen. Du brauchst also qualitativ hochwertige Fotos, Zeichnungen, Grafiken oder Videos (mit spannendem Vorschaubild). Diese Inhalte sollten hochaufgelöst sein.
  2. Deine Pins brauchen aussagekräftige Überschriften, in denen möglichst Keywords enthalten sind.
  3. Im Beschreibungstext hast du eigentlich nur 96 Zeichen zur Verfügung, weil dort Pinterest den Text bei der Nutzung der Plattform über Apps abschneidet. Beim Desktop sind bis zu 192 Zeichen leicht lesbar. Formulier also auf den Punkt, vergiss die Keywords nicht und setzte auf jeden Fall einen Link.

Und denke bitte bei jedem Pin darüber nach, ob er nicht auch als sogenannter Rich Pin aufbereitet werden könnte.

Rich Pins bei Pinterest - was ist das denn jetzt wieder?

Hinter Rich Pins bei Pinterest steht der Gedanke, einzelne Einträge dadurch aktuell zu halten, dass sie automatisch mit der Webseite verknüpft werden, von der die eigentlichen Inhalte stammen. Dazu werden die Pins durch Rich-Metatags mit der Ursprungsquelle verbunden. Das hört sich komplizierter als es ist. Wenn du den Prozess erst ein-, zweimal durchgespielt hast, sollte er dir flüssig von der Hand gehen. 

Eine Anleitung zur Einrichtung dieses Features hat Pinterest hier veröffentlicht. Falls dir dabei etwas unklar scheint, dann frag am besten deinen Webmaster. Aber lass dir die Chance von Rich Pins nicht entgehen, denn durchschnittlich führen sie zu deutlich mehr Interaktion und Umsatz als gewöhnliche Pins. Aktuell unterstützt Pinterest vier Arten von Rich Pins:

  • Produkt Pins zeigen üblicherweise ein konkretes Produkt und verlinken zu deinem Webshop, wo sie bestellt werden können. Der Clou an Produkt Rich Pins ist, dass sie Preise und Verfügbarkeit direkt von deinem Online-Shop übernehmen. Preisänderungen und mehr werden so direkt bei Pinterest angezeigt, ohne dass du dafür jeden einzelnen Pin mühsam von Hand aktualisieren musst.
  • Rezept Pins sind für die Themen Essen und Trinken gedacht. Hier bekommt der Pin die Informationen zu Zutaten, Zubereitungszeit und Arbeitsablauf wieder direkt von deinem Blog oder ähnlicher Webpräsenz. Falls sich dort etwas ändert, ändert sich auch der Rezept Rich Pin. Da auch zwei Sorten Rich Pins zusammengeführt werden können, lässt sich hier zudem ein Verkaufslink einfügen.
  • Artikel Pins richten sich an Publisher, ob klein oder groß. Sie erlauben einen kurzen Anriss der Story und machen so mehr Lust auf das Lesen eines Artikels. Clever eingesetzt sind Artikel Rich Pins das Werkzeug für Themenseiten auf deinem Blog, wiederkehrende Berichte und verwandte Formate.
  • App Pins werden in Deutschland von Pinterest noch nicht offiziell unterstützt. Sie sollen Apps für Smartphones und Tablets bewerben und sind in den USA als Promoted App Pins bekannt. Falls du Apps anbietest, hast du vermutlich Zugang zu Ressourcen in den USA und kannst über diesen Weg Rich Pins für Apps implementieren.

Übrigens sind bis auf die App Pins alle anderen Sorten von Rich Pins bei Pinterest bislang kostenlos nutzbar. Es ist gut möglich, dass Pinterest in Zukunft weitere spezielle Rich Pins für beliebte Themenfelder einführt - befass dich also unbedingt näher mit diesem Feature.

Wie relevant sind Hashtags bei Pinterest?

Pinterest unterstützt Hashtags erst seit Spätsommer 2017 offiziell und hatte sich zuvor dem Trend hin zu Hashtags bewusst widersetzt. Jetzt werden Hashtags von der Pinterest-internen Suche indexiert, allerdings nur, wenn sie in Pinbeschreibungen auftauchen. Hashtags, die im Profil, Boardbeschreibungen oder Pin-Titeln eingesetzt werden, ignoriert Pinterest. Zweite Besonderheit in Bezug auf Hashtags bei Pinterest: Wenn nach ihnen gesucht wird, werden die Ergebnisse chronologisch geordnet angezeigt. Darauf folgt für dich:

  • Hashtags sind bei Pinterest bislang nur dann relevant, wenn einzelne Pins tagesaktuell hervorgehoben werden sollen. Dies kann beispielsweise bei Aktionen wie Gewinnspielen oder Sonderangeboten sinnvoll seien. Ein anderes Anwendungsfeld für Hashtags bei Pinterest wären etwa Pins, die an gesellschaftliche Thementrends anknüpfen. Dort liegen Chancen für den Community-Aufbau. Eine einfache Hashtag-Suche zeigt dir, welche Hashtags überhaupt bei Pinterest angekommen sind.
  • Weit wichtiger bleibt vorerst für dich der Ansatz, deine Keywords im Volltext unterzubringen. Über diesen Ansatz garantierst du deinen Pins die Chance, monatelang prominent im Suchfeed und Startbildschirm angezeigt zu werden.
  • Wer die Tipps von Pinterest zu Hashtags aufmerksam liest, versteht: Empfohlen werden unter Umständen ein bis zwei Hashtags pro Pin, aber das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Pinterest zukünftig doch Hashtags weit deutlicher als bisher unterstützt.

Momentan sind Hashtags für dich bei Pinterest also nur eine zusätzliche Methode, bestimmte Pins zu pushen oder alte Pins für kurze Zeit wieder in den Fokus zu heben. Konzentrier dich aber lieber auf knackige Texte mit Mehrwert zu deinen Pins, denn mit unpassenden Hashtags nervst du deine potenziellen Kunden bei Pinterest schnell.

Fazit: Content mit Mehrwert punktet bei Pinterest zuverlässig

Deine Content-Strategie bei Pinterest sollte sich daran ausrichten, dass du anderen Nutzern qualitativ hochwertige Pins servierst, die Mehrwert in Bild und Text enthalten. Saisonbezogene Angebote und Offerten, die allgemeine Trends widerspiegeln, sind bewährte Anknüpfungspunkte dafür, geeigneten Content zu identifizieren. 

Wie du anschließend deinen Content optimal in einen (Rich) Pin packst, davon handelt schon bald unser nächster Blogbeitrag hier. Bis dahin wünschen wir dir weiter viel Spaß dabei, dich auf Pinterest einzulassen und das Gespür dafür weiterzuentwickeln, wie sich dieser Social Media Kanal für dein Unternehmen oder dein Projekt effizient einsetzen lässt.

Nur für kurze Zeit: Baue gemeinsam mit uns deine Community auf! Sei dabei bei der Community Builder Challenge 2019!
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