Community-Aufbau bei Pinterest in der Praxis

Die entscheidende Information zum Aufbau von Reichweite bei Pinterest gleich vorweg: Verabschiede dich von der Vorstellung, Community sei bei Pinterest mit der Zahl von Followern gleichzustellen. Anders als Facebook und Instagram ist Pinterest nicht zuerst ein soziales Netzwerk, sondern in erster Linie eine personalisierte Suchmaschine, die Ideen und Inspiration liefert. Von dieser Basis ausgehend unterscheiden sich die strategischen Schritte, mit denen du zielgerichtet deinen Community-Aufbau bei Pinterest angehst zu denen, die du vielleicht schon bei Facebook und Instagram erprobt hast.

Community-Aufbau bei Pinterest - was ist das Besondere daran?

Pinterest verbindet Menschen, die gleiche Hobbys haben oder beruflich ähnliche Interessengebiete. Pinterest wird kaum dazu genutzt, persönliche Freundschaften online zu pflegen - dafür ist nach wie vor Facebook bei den Erwachsenen das soziale Netzwerk Nummer Eins. Wenn denn schon ein Vergleich zu Facebook bemüht werden soll, dann würden sich die Communities von Pinterest am ehesten in Facebook-Gruppen und Fanpages wiederfinden. Bei Pinterest ist grundsätzlich alles öffentlich, hier werden keine privaten Angelegenheiten behandelt. Dazu einige Beispiele, damit du verinnerlichst, was Community-Aufbau bei Pinterest bedeutet:

  • Deine Pinnwände und Pins werden anfangs hauptsächlich über das allgemeine Suchfeld gefunden. Deshalb ist es wichtig, dass du deine Keywords in den Textfeldern sinnvoll platzierst und deine Inhalte visuell ansprechend sind. Nur dann werden andere Nutzer deine Pins anklicken und sich diese merken, also repinnen.
  • Sobald andere Nutzer einer oder mehreren deiner Pinnwände folgen, hast du es geschafft, deine Reichweite bei Pinterest nachhaltig zu erhöhen. Denn dann kriegen sie neue Pins, die du der gefolgten Pinnwand hinzufügst, bevorzugt auf ihrer individuellen Startseite angezeigt. Zusätzlich werden sie häufig über die Benachrichtigungen darüber informiert, dass du neue Pins bereitgestellt hast.
  • Anders gesagt: Falls du etwa einen Online-Shop für Sportbekleidung und -zubehör hast, werden andere Pinterest-Nutzer nicht unbedingt deinem Profil folgen. Sie werden vielmehr ganz genau den Pinnwänden folgen, die ihre Interessen abdecken, also beispielsweise "Laufschuhe für Frauen", "Schöne Laufstrecken in Berlin" oder "Nahrungsergänzungsmittel für Bodybuilder".
  • Falls du schon einen Blick auf die Pinterest-Aktivitäten deiner Mitbewerber geworfen hast, ist dir aufgefallen: Auf der Profilseite wird die Zahl der monatlichen Betrachter prominent angezeigt und nicht die Zahl der Follower des Profils. Betrachter, Repins und Follower auf Pinnwänden sind die ausschlaggebenden Kriterien, mit denen Reichweite bei Pinterest gemessen wird.

Damit sind die grundsätzlichen Zielpunkte gesetzt, an denen sich dein Weg zu mehr Reichweite bei Pinterest orientiert. Es gilt das Schneeball-System: Jeder andere Pinterest-Nutzer, den du erreichst, hilft dir zum einem durch Repins zu mehr Sichtbarkeit und zum anderen im Algorithmus der Plattform als gezählter Betrachter zu besseren Platzierung bei Suchergebnissen.

Als Unternehmer die Reichweite bei Pinterest organisch aufbauen

Mindestens fünf Maßnahmen haben sich bewährt, dafür zu sorgen, dass deine Pins, Boards und andere Aktivitäten nicht in dem Meer von schon fast anderen 200 Milliarden Pins untergehen.

  1. Setze deine Webseite, deinen Blog und deine anderen Social Media Kanäle ein: Hier hat du schon eine Community und/oder Kundenstamm aufgebaut und von diesen Menschen sind wahrscheinlich mehr auf Pinterest aktiv, als du geahnt hast. Damit diese Gruppe überhaupt davon erfährt, dass du jetzt auch bei Pinterest aktiv bist, sprichst du sie über die bereits geknüpften Verbindungen an, zum Beispiel mit einem auffälligen Pop-up, durch den Newsletter oder Blogeinträge. Dabei lieferst den Link zu deinem Business-Account bei Pinterest natürlich mit.
  2. Folge und repinne selbst: Du bist zwar als Unternehmer auf Pinterest unterwegs, aber das ist für andere Nutzer nur zweitrangig. Wenn du schöne Pins von anderen ausmachst, die zu deinen Pinnwänden passen, dann repinne sie einfach. Der ursprüngliche Ersteller des Pins wird über das repinnen informiert und du hast eine gute Chance, dass er dir aus eigen Interessen dann zumindest deinem konkreten Board ebenfalls folgt. Genauso verfährst du mit Profilen, die dir als potenzielle Kunden auffallen.
  3. Gute eigene Pinnwände und Inhalte: Als Unternehmer reicht es für dich nicht, sich bei Pinterest nur als Kurator und mit Repins zu etablieren. Du brauchst eigene Pins. Auf deinen Pinnwänden ist Platz für fremde Pins, aber es sind deine kreativen Pins, die den Unterschied ausmachen. Und immer wieder an die Keywords denken, bei der Beschreibung zu deinen Boards ebenso wie bei deinen Pins. Schaffe Mehrwert, denk an Rich Pins!
  4. Bediene den Algorithmus: Pinterest belohnt das regelmäßig Pinnen. Die künstliche Intelligenz der Plattform interpretiert dich dann als aktiven Nutzer. Zehn Pins am Tag sollten zu schaffen sein, davon mindestens ein eigener. Verteile diese täglichen neuen Pins möglichst gleichmäßig auf deine Pinnwände, damit du gleich von Beginn an merkst, welche Boards besser funktionieren als andere.
  5. Aktionen promoten: Klassische Online-Werbung bei Pinterest in Deutschland zu schalten ist bisher nur sehr begrenzt möglich. Punkten kannst du aber temporär etwa mit Hashtags, weil sie von Pinterest über das Suchfeld zu chronologischen Suchergebnissen führen. "#Gewinnspiel", "#Fotoaktion" oder Hashtags, die im Trend liegen, bringen dir Betrachter - und wenn du denen dann tatsächlich etwas zum Thema anbieten kannst, steigt deine Reichweite. Helfen können dir dabei zudem Gruppenboards, die uns noch einen eigenen Blogbeitrag wert sein werden.

Mit diesen Best Practices zum Aufbau deiner Community bei Pinterest wirst du schneller als gedacht von der grauen Maus zu einem Besucher-Magneten. Guck täglich auch bei Pinterest Analytics auf die aktuellen Zahlen und ziehe daraus Schlüsse dazu, welche Aktivitäten funktionieren und wo Aufholbedarf besteht. Der einzelne Pin und die einzelne Pinnwand ist bei Pinterest ein Gesamtkunstwerk aus visuellem Inhalt und Beschreibungstext. 

Die genaue Uhrzeit, zu der du pinnst, ist weniger wichtig, denn das Chronologische spielt bei Pinterest nur im Zusammenhang mit Hashtags eine wichtige Rolle. Gute Pins haben bei Pinterest mehr als drei Monate Halbwertzeit, während es bei Facebook für einen Post nur wenige Stunden sind und bei Instagram sogar nur einige Minuten.

Community-Management auf Pinterest

Weil die Communities bei Pinterest kaum kommentiert, ist der Aufwand für aktives Management deiner Follower sehr überschaubar. Kontinuität drückt sich darin aus, die Plattform immer wieder mit neuen Inhalten zu füllen. Dafür sollte in deinem Unternehmen möglichst ein Pinterest-Beauftragter klar zuständig sein, der sich sicher auf diesem Social-Media-Kanal bewegt. 

Es nutzt wenig, einen Praktikanten experimentieren zu lassen - denn die Pinterest-Nutzer wollen Mehrwert und deshalb musst du oder deine Kollegin sattelfest in den Themen sein, die deine Angebote betreffen. Aber so wirst du eben auch zum anerkannten Experten für deine Nische, ganz gleich, ob sie nun etwa im Bereich ausgefallener Dekorationen liegt oder bei importierten exotischen Musikinstrumenten. Bei Pinterest erstellt der Community-Manager im Bestfall die eigenen Inhalte (Pins) des Unternehmens, kuratiert die Pinnwände auch mit fremdem Content und übernimmt dann, wenn doch nötig, die direkte Kommunikation.

Interaktion mit Followern auf Pinterest

Einmal mehr: Jeder, der einen deiner Pins repinnt, ist eigentlich ein Follower. Verfolge deshalb die Repins sehr genau und kommentiere sie ruhig. "Der Pin sieht auf deiner Pinnwand ja wirklich toll aus" ist ein Kompliment, dass den privaten Pinterest-Nutzer freut und ihn hoffentlich dazu anregt, dir zu folgen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Pinterest aktive Profi-Nutzer im Algorithmus dafür bestraft, auch selbst andere Accounts zu mögen. Sei also nicht passiv und warte auf Repins und Follower, sondern zeige der großen Community und dem Algorithmus, dass du eine Zeit auf Pinterest genießt und dich mit eigenen Ideen ebenso beteiligst wie mit Anerkennung für das, was andere hier kreieren. 

Vorsichtshalber noch der Hinweis: Die Atmosphäre bei Pinterest ist überaus freundlich und respektvoll, Aggression völlig fehl am Platz. In der seltenen Situation, dass du einen Konflikt erkennst oder bewältigen musst, weiche auf Direktnachrichten aus und fechte die Meinungsverschiedenheit nicht öffentlich aus.

Follower bei Pinterest - brauche ich die dann überhaupt?

Du hast mittlerweile verstanden, dass Follower bei Pinterest nicht den Stellenwert haben wie bei Facebook oder Instagram. Pinaufrufe und Aktivität sind die Untermenüs bei Pinterest Analytics, die für dich den absoluten Erfolg deiner Aktivitäten messen. Es werden sich daraus auch Follower deines allgemeinen Profils ergeben. Doch deine großen Ziele sind Traffic und Geschäftsabschlüsse. Letztere finden bei Pinterest außerhalb der Plattform statt, die misst du auf einer eigenen Webseite.

Stell dir Pinterest vielleicht wie ein großes Kaufhaus vor, an dem du in einzelnen Abteilungen mit eigenen Ständen vertreten bist. Das Kaufhaus aka Pinterest zieht Menschen an, die du nicht am Eingang trifft, sondern genau in der Etage, wo sie konkret einkaufen. Dort holst du sie ab mit einem Kochrezept, einer kreativen Idee zum Einsatz deines Angebots und überzeugst sie. Das merken sich deine Kunden und kommen wieder. Pinterest will zu Projekten inspirieren und wenn die Nutzer eines abgeschlossen haben, nehmen sie sich das folgenden vor. Schön ist es, wenn die Idee zu ihrem nächsten Vorhaben von dir kommt und sie deshalb auch wieder bei dir einkaufen.

Fazit: Community folgt dem Content bei Pinterest

Die Qualität deiner Pins und Pinnwände ist bei Pinterest ausschlaggebend für den Erfolg und Reichweite. Die bloße Zahl von Followern deines Profils spielt nur eine untergeordnete Rolle, auch deshalb macht es überhaupt keinen Sinn, Pinterest-Follower aus dubiosen Quellen einzukaufen. Konzentrier dich auf deinen Content und erweitere diesen kontinuierlich - dann wirst du mit steigenden Betrachterzahlen, Repins und Followern deiner Pinnwände handfeste Daten dazu bekommen, die zeigen, wie die Reichweite des Pinterest-Auftritts deines Unternehmens natürlich wächst. Jede Menge Tipps und Tricks zur Content-Strategie bei Pinterest und der Gestaltung eines idealen Pins erhältst du schon bald hier auf unserem Blog.

Pergenz Social Media Test

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